Skip to main content

Gerecht bauen

Umbau und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg

EU-weit offener Wettbewerb, 1. Preis

Justizgebäude Salzburg

Früher hatte ein Gerichtsgebäude die Majestät des Rechts auszustrahlen. Der Untertan hatte sich klein zu fühlen, wenn er die Hallen der Justiz betrat. Und wenn er dann zu Kerker verurteilt war, sollte der Bürger als Strafgefangener tunlichst versteckt werden vor der Öffentlichkeit.

Justizgebäude Salzburg
Justizgebäude Salzburg

Kafkaeske Labyrinth beseitigt

Wir haben auch architektonisch mit diesem überkommenen Verständnis von Justiz gebrochen und radikale Eingriffe in das Salzburger Justizgebäude vorgenommen.

Transparent und offen, so wie wir uns die Gerichtsbarkeit in einer Demokratie vorstellen.

 

Wir haben den denkmalgeschützten Palast aus dem 19. Jahrhundert geöffnet, die Gefängniszellen der Siebzigerjahre aufgebrochen (die Justizvollzugsanstalt übersiedelte nach Puch-Urstein) und das kafkaeske Labyrinth, in dem sich die BesucherInnen nur verwirrten, beseitigt.

Justizgebäude Salzburg

Eintritt erlaubt

Jetzt öffnet sich ein markantes Justizzentrum nach allen Seiten zur Stadt.

Wir werden den BürgerInnen mit dem Gebäude entgegenkommen.

 

Es bietet mit seinen Innenhöfen eine neue Seite des Gerichts: Es kann von PassantInnen betreten und bestaunt werden. Es ist transparent und offen, so wie wir uns auch die Gerichtsbarkeit in einer Demokratie vorstellen.

Grundriss Erdgeschoss

Brückenbau

Die Öffnung des ehemals palastartigen Gebäudekomplexes zur Stadt, deren charakteristische Formensprache wir behutsam adaptieren, erreichen wir durch die Aktivierung aller Eingänge und die Neuerrichtung eines Y-förmigen Verbindungsbaus im Hof, von wo man nun über den Haupteingang den Komplex betreten kann. In dieser „Brücke“ zwischen den bestehenden Trakten haben wir alle Verhandlungsräume untergebracht.

Damit ist den Architekten fast sowas wie die Quadratur des Kreises gelungen.

architektur.aktuell (11/12)
Justizgebäude Salzburg

Raumkomposition

Mit einem abwechslungsreichen Arrangement von Terrassen, Brücken, Treppen und abgesenkten Höfen konzertieren wir eine vielschichtige, zeitgemäße Stadt- und Raumkomposition im Inneren in angenehmer Tonalität, die entspannt vom denkmalgeschützen „Gebäudering“ umfasst wird.

Im Umgang mit dem Bestand zeigt sich, dass der Verfasser über ein hohes Maß an Erfahrung und Kompetenz mit historischen Gebäuden verfügt.

Auszug aus dem Juryprotokoll

Mit unserer aus denkmalpflegerischer Sicht behutsamen und in der öffentlichen Wahrnehmung doch signifikante Öffnung des Komplexes nehmen wir dem Gebäude seinen autoritären, hermetischen Charakter und verzahnen den heterogenen Umraum der Salzburger Altstadt mit dem Gebäude.

Es wird klarer und übersichtlicher und bietet neue Wege, Ein- und Ausblicke – in welchem Bedeutungssinne auch immer.

Umbau und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg
Grundriss Obergeschoss 3

Umbau und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg
Grundriss Erdgeschoss
Umbau und Erweiterung des Justizgebäudes Salzburg
Grundriss Obergeschoss 1

Grundriss Erdgeschoss
Schnitte

Grundriss Erdgeschoss
Lageplan

Details

Auftragsart

EU-weit offener Wettbewerb

Auftragsumfang

Generalplanung

Auszeichnung

Wettbewerbsgewinn

Auftraggeber

Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Ort

Salzburg

Planung

2012–2015

Realisierung

2015–2018

Status

In Bearbeitung

NGF

21.200 m²

BGF

27.300 m²

Baukosten

42 Mio. €

Mitarbeiter

Ursula Gau (PL), Norbert Peller, Monika Liebmann-Zugschwert, Linda Ercusi, Tamás Kurucsó, Barbara Wagner, Uta Deri, Johannes Paar, Werner Reifner, Karin Hackl, Eva Fischer, Anna Ladurner, Thomas Rögelsperger, Daniela Ehrenleitner, Sara Delgado Llistó

Kooperation

Statik

kppk ZT GmbH

Bauphysik

kppk ZT GmbH

Gebäudetechnik

Zentraplan Planungsges.mbH

Lichtplanung

Christian Ploderer

Landschaftsplanung

Rajek Barosch Landschaftsarchitektur

Brandschutzplanung

Norbert Rabl ZT GmbH

Fassadenplanung

Face of Buildings planning stimakovits Gmbh

Kostenmanagement

Atelier 23 Architekten ZT GmbH

Fotografie

Andreas Kolarik