Leobener Lernlandschaft

Bildungszentrum Fröbelgasse in Leoben, Steiermark
Wettbewerbsgewinn

Die denkmalgeschützte Volksschule im Leobener Stadtteil Leitendorf gilt als besonders authentisches Beispiel für den Funktionalismus der 1950er-Jahre. Für die Sanierung und Erweiterung der Schule nutzen wir die Qualitäten des Bestands und machen daraus ein modernes Bildungszentrum.

Details

Auftraggeber

Stadtgemeinde Leoben

Status

In Bearbeitung

NGF

5.102 m²

Auszeichnungen

1. Preis

Leoben, die Dritte

Franz&Sue und Leoben, das ist mittlerweile eine besondere Beziehung. Die zweitgrößte Stadt der Steiermark engagiert sich seit Jahren intensiv im Bildungsbau. Mit dem Studienzentrum der Montanuniversität sowie dem Umbau der Volksschule- und Neuen Mittelschule konnten wir bereits zweimal einen Beitrag dazu leisten. Jetzt realisieren wir unseren dritten Leobener Bildungsbau: Im Stadtteil Leitendorf sanieren wir die denkmalgeschützte Volksschule Fröbelgasse und bauen sie zu einem zeitgemäßen Bildungszentrum aus. Zwei bestehende Schulen werden hier künftig an einem Standort zusammengefasst. Nach der Erweiterung wird die neue Ganztages-Volksschule Platz für 400 SchülerInnen in 16 Klassen bieten.

Original Fünfziger

Die Besonderheit des vom Leobener Architekten Emmerich Donau geplanten, 1952/53 errichteten Bestandsgebäudes: Es gilt als gelungenes und besonders authentisch erhaltenes Beispiel für die funktionalistische Formensprache der Fünfzigerjahre. Außen zeigt sich dies etwa durch die regelmäßig angeordneten Fenster. Im Inneren sind beinahe sämtliche Ausstattungselemente wie die originalen Terrazzoböden, Mosaike, Holzportale, die Türen zu den Klassenzimmern und die Holzfenster inklusive der Beschläge originalgetreu erhalten. Auch die Böden und die Umkleideschränke im Gangbereich stammen noch aus der damaligen Zeit. 

»Nicht zuletzt überzeugt das Projekt aus denkmalpflegerischer Sicht.«

Auszug aus dem Juryprotokoll

Räume für zeitgemäße Pädagogik 

Ein Umbau zu einer Clusterschule mit gruppenweise angeordneten Klassenräumen war im Rahmen der bestehenden Gebäudestruktur nicht möglich. Wir wollten dennoch Räume schaffen, die die Umsetzung zeitgemäßer pädagogischer Konzepte ermöglichen und die Anforderungen eines modernen Ganztags-Schulbetriebs erfüllen. Um die Wünsche und Bedürfnisse der späteren Nutzer einzubeziehen, hielt das Wiener Architekturbüro nonconform Ende Juni 2022 mit der gesamten Schulgemeinschaft eine Ideenwerkstatt ab. Deren Ergebnisse bildeten die Basis für den Wettbewerb.

Breite Gänge, offene Klassen

Mit unserem Entwurf erhalten wir die bestehende Gangstruktur nicht nur, sondern nutzen die großzügigen Erschließungsbereiche dazu, um das pädagogische Angebot räumlich zu erweitern. Jede zweite Umkleideeinheit wird geöffnet und erhält eine Verglasung. Auf diese Weise schaffen wir eine visuelle Verbindung zu den Klassenzimmern und ermöglichen es, die Gangflächen in den Unterricht zu integrieren.

»Die großzügigen Erschließungsbereiche nutzen wir dazu, um das pädagogische Angebot räumlich zu erweitern.«

Zentraler Pausenplatz

Das Erdgeschoß bauen wir zur vielseitigen Ganztages-Landschaft aus und ordnen dazu einige Funktionen neu an: Im ehemaligen Festsaal wird die neue Zentralgarderobe untergebracht, den bisherigen Turnsaal verwandeln wir in einen Multifunktionsraum, der auch für externe Veranstaltungen zugänglich sein wird. Ein neuer Umkleidetrakt bildet die Verbindung zur ebenfalls neuen, in Holzbauweise errichteten Turnhalle im Nordosten des Grundstücks. Ein umlaufender Wandelgang samt Freiluftklasse verknüpft die alten und neuen Gebäudeteile. Auf diese Weise bilden die Baukörper eine Hofstruktur und schaffen gleichzeitig eine neue, klare Gliederung der großzügigen Freibereiche: Ein Vorplatz beim Haupteingang, im Süden der Park, hinter den Umkleiden der Sportplatz und im Herzen der Schule der neue, begrünte Pausenhof mit viel Platz zum Erholen und Austoben.

»Alles in allem auf vielen Ebenen ein überzeugendes Projekt, das auch durch die Einfachheit der Eingriffe eine ökonomische Umsetzung erwarten lassen kann.«

Auszug aus dem Juryprotokoll

Erdgeschoß

Obergeschoß

Schnitt

Lageplan

Index/Count
Auftragsart

EU-weiter, nicht offener Wettbewerb

Auftraggeber

Stadtgemeinde Leoben

BGF

6.033 m²

Auftragsumfang

Objektplanung Architektur

Ort

Leoben, Steiermark

Status

In Bearbeitung

NGF

5.102 m²

MitarbeiterInnen

Katarina Martonakova (PL), Judith Mayr, Isabelle Siegelmayer, Ema Hočevar, Claude Probst, Alexandra Zöldhegyi, Jan Schöpf, Max Ebner

Auszeichnungen

1. Preis