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Wachgeküsst

Waldviertlerhof, Wien

Altes im neuen Glanz

Waldviertlerhof

Der Waldviertlerhof schlummerte lange vor sich hin. 2016 hat sich das geändert - zuerst unsichtbar, dann für genaue Beobachter erkennbar.

Anstoß für die behutsame Erneuerung des traditionsreichen Wirtshauses war die 2015 erfolgte Neuübernahme durch die Brüder Alexander und Sebastian Laskowsky, die sich in den letzten 15 Jahren einen Namen mit Wiener Wirtshauskultur machten. Der eine als Besitzer des legendären Gmoakellers (seit 1858), der andere als Pächter von Gelbmanns Gaststube (seit 1872). Die Laskowskys denken über den Kern dessen nach, was ein Wirtshaus ausmacht. Zuerst die Menschen. Zuerst finden sie einen neuen Küchenchef und eine engagierte Restaurantleiterin.

Mit uns entwickelten sie eine Strategie um den Ort behutsam zu erneuern. Der erste Schritt war für den Gast noch unsichtbar. Im Sommer 2015 bauten wir im laufenden Betrieb im Hintergrund die Räumlichkeiten für die Mitarbeiter um. Denn das Wichtigste in einem Gasthaus ist neben einer guten Küche gutes Personal. Wir finden Gefallen an der Baustelle, auf der schon morgens um Sieben die frische Suppe am Herd köchelt und herrlichen Duft verbreitet.

Waldviertlerhof

Als zweiter Schritt war dann der Schankbereich dran. Über einen längeren Zeitraum beobachteten wir und ließen uns von den Brüdern Laskowsky das logistische Zentrum ihres Betriebes - die Schank - erklären. Denn die Bedienung von immerhin 230 Sitzplätzen wird von hier aus koordiniert. Wir machten uns vertraut mit dem Schankablauf, den nötigen Stauflächen, der richtigen Cafézubereitung und lernten, warum ein guter Kellner nichts hinter der Budl verloren hat. Denn hier treffen sich die Herangehensweise der Wirtsleute und die unsere: wenn wir uns eines neuen Projektes annehmen, versuchen wir zuerst einmal zu verstehen, was denn dessen Kern ausmacht.

Ein guter Kellner hat nix hinter der Budl verloren!

Alex Laskowsky, Wirt

Aus diesem Wissen heraus konzipierten wir mit der Schank das Herzstück des Waldviertlerhofes neu: Auf dem Vorhandenen aufbauend, mit dem Ziel, den Ort unaufgeregt und selbstverständlich weiter zu bauen. Geflämmter Granit, kerngeräucherte Eiche und die klassische Wiener Wirtshausbeleuchtung. Die Beleuchtung allerdings zeitgemäß mit Kunststoff in Szene gesetzt. Das Zentrum des Gasthauses, dessen Geschichte an diesem Ort 1842 begann, und dessen unverwechselbare Einrichtung seit 1976 vorhanden ist, ist seither um ein unauffällig, brillant funkelndes Stück Schankbereich ergänzt. Für Gäste auf dem ersten Blick ist alles wie immer, nichts drängt sich vor das gewachsene Design, gleichzeitig ist alles um den Hauch aufgeräumter, frischer und zeitgemäßer.

Waldviertlerhof

Details

Auftragsart

Direktauftrag

Auftragsumfang

Generalplanung und ÖBA

Auftraggeber

Alexander und Sebastian Laskowsky

Website

www.waldviertlerhof.at

Ort

Wien

Planung

2015

Realisierung

2015

Status

Realisiert

NGF

75 m²

Mitarbeiter

Karin Hackl (PL)

Kooperation

Statik

DI Margarete Salzer

Brandschutzplanung

Norbert Rabl ZT GmbH

Fotografie

Andreas Buchberger

Downloads

Publikationen

advanced architecture