Kommunikation ist alles

Neubau KEBA Technologiepark, Leonding | Pasching

Das international tätige Unternehmen KEBA hat für seinen geplanten Technologiepark in Pasching und Leonding bei Linz einen Architekturwettbewerb ausgelobt – hier neben der Bundesstraße sollen Büro- und Produktionsflächen mit Strahlkraft entstehen, die die Unternehmenskultur nach außen tragen. Flexibilität und Nachhaltigkeit sind wesentliche Faktoren. Ein Wettbewerb ganz nach unseren Vorstellungen. Unser Siegerentwurf vernetzt nun die Arbeitswelten zwischen Office und Produktion, bezieht den Außenraum mit ein und setzt auf ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft.

Details

Auftraggeber

KEBA Group AG

Status

In Bearbeitung

NGF

61.839 m²

Auszeichnungen

1. Preis

1968 in Linz gegründet, zählt KEBA heute 2.000 Mitarbeitende in 16 Ländern. Das Unternehmen hat sich auf Automationslösungen spezialisiert, entwickelt etwa Steuerungslösungen aus Hard- und Software für Roboter und Maschinen, Paketabholstationen, E-Ladestationen und Antriebslösungen für Windräder. Der neue Technologiepark nahe der PlusCity Linz soll den steigenden Bedarf an Produktionsflächen und Büroarbeitsplätzen decken und einen Campus schaffen, der die Unternehmenswerte nach außen sichtbar macht.

»Der Entwurf überzeugt durch eine klare Setzung der Baukörper mit gleichzeitig hoher Stringenz und Gelassenheit. Es gelingt, die komplexen Anforderungen in wohltuende Einfachheit zu übersetzen. Das Projekt reagiert dabei auf die heterogenen Randbedingungen in idealer Weise.«

Auszug aus dem Juryprotokoll

Mit Team mitwachsen

Voraussetzung bei diesem Wettbewerb war, dass die Hallen und Büroräume in mehreren Bauphasen entstehen – je nach Bedarf des Unternehmens. Um diese Flexibilität zu gewährleisten, begannen wir beim Entwurf mit den Produktionshallen, die wir ins Grundstück reinschieben und mit einem zentralen Logistikhof im Süden konzipieren. So ist eine Erweiterung der Hallen an den Außenseiten problemlos möglich. An der Nordseite der Hallen können nun die erweiterbaren Bürotrakte andocken. Diese strecken ihre Finger zur Produktion und sorgen so für schnellen Austausch und direkte Kommunikation fürs gemeinsame Entwickeln der Hightech-Geräte – es entsteht ein vernetztes Gebäudeensemble, das nach außen hin wachsen kann. Die Produktionshallen per se sind ebenso flexibel gestaltet: Tragwerksstruktur, Brandschutz und Versorgungstechnik sind so aufeinander abgestimmt, dass sie sich auf das zukünftige Logistikkonzept anpassen – je nachdem, wie viel Raum für Produktion, Labor, Lager und Instandhaltung benötigt wird. Atrien lockern die riesigen Flächen auf, sorgen für Tageslicht und schaffen einen Bezug zum Außenraum.

Offen und hierarchiearm

Eine selbstverständliche Architektur ist bei diesem Projekt besonders wichtig, denn die MitarbeiterInnen teilen sich die Arbeitsplätze, es gibt keine fixe Sitzplatzordnung. Vielmehr sind Bereiche für unterschiedliche Arbeitsroutinen geplant: solche mit Stehtischen, für konzentriertes Arbeiten und für Besprechungen. All diese Funktionen haben wir im äußeren Band in einer Kammstruktur angesiedelt, die sich zur Natur orientiert. Von hier haben die MitarbeiterInnen den Weitblick nach Pasching, bodentiefe Fenster versorgen den ganzen Raum mit Licht, die vorgelagerte Balkonzone sorgt für genügend Pausenflächen im Freien. Eine Magistrale verzahnt das äußere Band mit den Produktionshallen, sie ist die kommunikative Achse und schafft Blickbeziehungen zwischen Büros und Fertigung.

 

Herzstück Cafeteria

Unter den Büroflächen liegt im Erdgeschoß die öffentliche Zone: Beim Eingang befindet sich ein Flagshipstore, spazieren die BesucherInnen und MitarbeiterInnen die Magistrale entlang, gelangen sie zu Konferenz- und Schulungsräumen sowie zur Cafeteria. Diese ist übrigens so angeordnet, dass sie den Mittelpunkt markiert und alle Mitarbeitenden den gleich langen Weg zum Mittagssnack zurücklegen.

»Durch die Magistrale mit ihren Blickbeziehungen wird die Erschließungszone zur Gemeinschaftsfläche. So provozieren wir quasi die enge Kommunikation zwischen den Abteilungen.«

Caroline Steinsiepen, Franz&Sue-Projektleiterin

Ruhe und Rhythmus

Um den Vorbeifahrenden nicht nur wuchtige Produktionshallen zu zeigen, sondern ein architektonisches Markenzeichen zu setzen, planen wir eine multifunktionale und filigrane Metallkonstruktion an der Südfassade. Sie bricht die Wuchtigkeit auf. An ihr befestigt sind sensorgesteuerte Photovoltaikelemente, die dem Sonnenverlauf folgen. Zusätzlich wird die Konstruktion begrünt und stellt eine Pufferzone zur viel befahrenen Bundesstraße dar. Generell setzen wir auf CO2-neutrale Materialien und auf rezyklierbare und schadstofffreie Baustoffe. Die Produktionshallen benötigen zwar aufgrund der hohen Lasten Stahlbeton, Obergeschoß und Dach der Hallen konstruieren wir jedoch in Holzbauweise. Das Dach des Bürogebäudes wird intensiv begrünt, der Heiz- und Kühlbedarf kann durch erneuerbare Energiequellen gedeckt werden.

»Im Entwurf von Franz&Sue sind alle Anforderung an den KEBA Technologiepark bestmöglich dargestellt. So spiegelt die Architektur unser Organisationsverständnis sehr gut wider und es ist gelungen, eine Verbindung auf Augenhöhe von Produktions- und Bürobereichen zu schaffen sowie den Verkehrsstrom als auch die Natur ins Gesamtkonzept ideal miteinzubeziehen. In Summe sprachen viele Punkte für das Siegerprojekt.«

Gerhard Luftensteiner, CEO KEBA Group AG

Grundriss Erdgeschoß Ausschnitt

Grundriss Regelgeschoß

Grundriss Regelgeschoß Ausschnitt

Schnitt

Lageplan

Index/Count
Auftragsart

geladener Wettbewerb

Auftraggeber

KEBA Group AG

BGF

100.302 m²

Auftragsumfang

Generalplanung

Ort

Leonding I Pasching, Oberösterreich

Status

In Bearbeitung

NGF

61.839 m²

MitarbeiterInnen

Claude Probst (PL), Caroline Steinsiepen (PL), Elisabeth Nobl, Wolfgang Fischer, Asmir Mehic, Casper Bellink, Melina Blatt

Auszeichnungen

1. Preis

Statik

Bollinger & Grohmann

Bauphysik

Schöberl & Pöll

Gebäudetechnik

ZFG Projekt

Landschaftsplanung

EGKK

Brandschutzplanung

Norbert Rabl

Weitere Kooperationspartner

Circular Engineering: Drees&Sommer