Es lebe der Ort

Carrée Atzgersdorf, Wien

mit GOYA, Illiz und EGKK

Kein Masterplan, sondern gemeinsam zur Vielfalt! Drei Bauträger und drei Architektenteams entwickelten kooperativ ein neues Stadtviertel im Süden Wiens. Zehn individuell gestaltete Wohnhäuser, zahlreiche Grünbereiche, Plätze und Durchgänge machen den Ort nun identitätsstiftend, lebenswert und kommunikativ.

Die Wohngebäude rund um den Quartierspark tragen die unterschiedliche Formensprache der drei Architekturbüros zur Schau

Details

Fotografie

Nadine Tschinke / Tschinkersten

Auftraggeber

Heimbau, Neue Heimat Gewog, Neues Leben

Status

Realisiert

NGF

38.000 m²

»Es geht uns um ein langsames Zusammenwachsen und um eine große Vielfalt – und um die Realisierung eines kleinteiligen Stadtbildes.«

Wien wächst! Südlich von Schönbrunn, im 23. Bezirk, entstand in den vergangenen Jahren ein gänzlich neuer Stadtteil, das sogenannte »Carrée Atzgersdorf«. Gemeinsam im Team mit weiteren Architekturbüros planten wir das neue Areal mit Anspruch auf Heterogenität. Die Häuser entstanden individuell in der eigenen Architektursprache – mit unterschiedlichen Traufhöhen, individuell auf der Parzelle organisiert und mit divers materialisierten Fassaden.

Wir planten drei der insgesamt zehn Wohnbauten, haben dabei die intendierte kleinmaßstäbliche Entwicklung mit den prononcierten Höhensprüngen aufgegriffen und auf jedes unserer Baufelder mehrere kleinteilige Haustypen gesetzt. Wir nutzten eine Formensprache, die nicht aufgesetzt wirkt und im besten Sinn gut altern kann. Eine Gestaltung, die den BewohnerInnen verständlich ist und für sie einen Wiedererkennungswert hat – ihr Zuhause, mit dem sie sich identifizieren können!

Eines der von uns geplanten Wohngebäude ist das Hochhaus am Carréespitz, das sich Richtung Südbahn öffnet

Stadtplanung einmal anders gedacht

Das größte unserer drei Wohnbauten ist ein zweiteiliges Gebäude am Spitz des dreieckigen Areals, das den Randanschluss markiert. Die offene Fassade mit Loggien orientiert sich zur nebenan liegenden Südbahnstrecke und präsentiert den Vorbeifahrenden den freundlichen Charakter des Viertels. Bei der Planung war uns wichtig, lieber klein als groß zu denken und Charakteristika von dörflichen Strukturen miteinzubeziehen. Das spiegelt sich etwa in der Innenhofstruktur und mehreren kleineren Stiegenhäusern wider, die die soziale Nachhaltigkeit fördern und die Anonymität der Großstadt zugunsten der Nachbarschaft verdrängen. 

Ensemble der Vielfalt: Die Heterogenität des Carrées setzt sich in dessen Umfeld fort
Die Kleinteiligkeit der Innenhöfe und die dörflich anmutenden Plätze stärken das Nachbarschaftsgefüge

Dichte und Geborgenheit

Gemeinsam sind allen über 500 Wohnungen im Carrée, dass sie über eigene Freiflächen verfügen (Garten, Loggia, Balkon) und über einen Platz in der Mitte des Quartiers direkt oder auf kurzem Weg erreichbar sind. Ein Gemeinschaftshaus für alle, zwei Ordinationen, ein Kindergarten und fünf Gewerbeflächen runden das diverse Angebot ab. Statt breiter Straßen machen zahlreiche Grünbereiche, Plätze und Durchgänge den Stadtteil lebenswert und kommunikativ.

Durch das Quartier streifend gelangt man von einem übersichtlichen und einladenden Platz zum nächsten. Unser Freiraumkonzept sieht Gestaltungsprinzipien wie »Dichte und Geborgenheit«, sowie »Weite und Offenheit« als Chance, im Quartier mit seiner Anbindung an den Ortskern Atzgersdorf und der Weite nach Westen eine unverwechselbare Identität zu geben. Und das gelingt auch vor allem deshalb, da die Gebäude nicht nur für sich stehen, sondern auch miteinander im Dialog – so entsteht eine vielfältige und bunte Stadt für alle.

 

Grundriss Hochhaus OG 4

Grundriss Wohngebäude mit Maisonetten OG 4

Grundriss zentrales Wohngebäude OG 1

Lageplan

Index/Count
Auftragsart

Bauträgerwettbewerb

Auftraggeber

Heimbau, Neue Heimat Gewog, Neues Leben

Realisierung

2018-2021

Auftragsumfang

Gesamte Planung gemeinsam mit GOYA, Illiz und EGKK

Ort

Wien

Status

Realisiert

Planung

2016-2018

NGF

38.000 m²

MitarbeiterInnen

Karin Hackl (PL), Corinna Toell, Björn Haunschmid-Wakolbinger, Eva Fischer, David Kovařík, Thomas Huck, Kateřina Kunzová, Ajdin Vukovic, Barbara Hohensinn, Andreas Reuter, Florian Haim

Statik

Dorr - Schober & Partner 

Bauphysik

Dorr - Schober & Partner 

Gebäudetechnik

dp - Gebäudetechnik GmbH

Landschaftsplanung

EGKK Landschaftsarchitektur

Brandschutzplanung

DI Erich Röhrer

Fotografie

Nadine Tschinke / Tschinkersten