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Wild gewachsen

Volksschule und Neue Mittelschule in Wien

Offener, einstufiger Wettbewerb, 1. Preis

Transdanubien nennen die WienerInnen die Bezirke nordöstlich der Donau. Was nach einer Welt jenseits urbaner Entwicklung klingen mag, ist in Wirklichkeit eine gut angebundene, städtebaulich relevante Gegend. Im Stadtteil Kagran zum Beispiel, zwischen Gewerbepark, Ostbahn und Industrie, wird mit einer neuen Schule, einem grünen Erholungsgebiet und Wohnneubauten ein öffentlicher Treffpunkt im Viertel entstehen. Wir tragen dazu bei mit unserem Entwurf für die Volksschule und NMS an der Leopold-Kohr-Straße, der vielfältige Plätze für Stadt und SchülerInnen schafft. Die zentralen abgetreppten Gemeinschaftsterrassen verwandeln die Fassade in einen vertikalen Garten und bilden eine kommunikative Brücke zwischen Lern- und Freizeit.

Im zentralen Bereich der Schule entsteht über alle Geschosse, sowohl innen als auch außen, der gemeinsame Treffpunkt.

Grundrisse Erdgeschoss, Regelgeschoss

Die hängenden Gärten von Donaustadt

Heute sind die alltäglichen Anforderungen an SchülerInnen und Eltern differenzierter und anspruchsvoller geworden, umso notwendiger sind Maßnahmen wie die Ganztagsbetreuung. Wir setzen uns als Architekten das Ziel, dass sich die Kinder ihre Räume zum Lernen, Bewegen, Pausieren, kreativ sein und Spielen aneignen können, sich darin wohl fühlen und die dort verbrachte Zeit als bereichernde Erfahrung wahrnehmen. Deswegen haben wir der lebendigen Mitte der Schule viel Raum zum Atmen gewidmet.

Der innere Kern mit den Kreativräumen und Kommunikationszonen verbindet die Bildungscluster auf beiden Seiten und wird so zum Ort der Begegnung. Direkt anschließend öffnen sich die Geschosse zu den großen begrünten Terrassen mit Blick auf den Schulgarten, die versetzte Struktur der Ebenen lädt zum Sehen und Gesehen werden ein. Auch im Erdgeschoss genießen die Kinder und Jugendlichen beim Mittagessen oder in der Bibliothek durch raumhohe Fenster den Ausblick auf die Natur.  

Die Raumqualität wird vor allem durch große Übersichtlichkeit, klare Einteilung der Funktionsbereiche und gute Belichtung geprägt. Stimmige Übergänge zwischen Innen- und Außenraum erleichtern den SchülerInnen die Aneignung und altersgerechte Nutzung dieser Räume.

Aus dem Juryprotokoll zum Wettbewerb
Schnitt

Kreuz und quer und rundherum

Jedes der Bildungscluster ist zirkulär aufgebaut und bekommt durch die transparenten Zwischenräume von allen Seiten Tageslicht. Statt Klassen und engen Gängen setzen wir abwechselnd Bildungsräume und multifunktionale Buchten, bei schönem Wetter steht jedem Cluster eine Freiklasse auf der eigenen Terrasse zur Verfügung. Wir wollen die Kinder dazu anregen, sich ihre eigenen Lieblingsplätzchen zu suchen und auch immer wieder Neues an ihrer Schule zu entdecken – dank der Treppen zwischen den Terrassen geht das außen sogar vertikal bzw. diagonal.

Die Terrassen bieten ein differenziertes Spiel- und Sportangebot und fördern die Gemeinschaft.

 

Vorne gefasst, hinten wild

Die „verwilderte“ Seite der Schule zum Garten blinzelt durch die Bäume den Reisenden der Ostbahn entgegen, um genug Schallschutz und Fläche für die großzügige Parkanlage zu gewähren haben wir den Baukörper strategisch näher an den geplanten Wohnhäusern im Westen platziert. Davor wird ein Quartiersplatz gebildet, der Tor zum öffentlichen Raum und Treffpunkt im Viertel ist.

Die städtische Fassade der Schule mit gemeinsamem repräsentativem Entrée, Holzlamellen und raumhohen Fenstern markiert ihren Platz in der Umgebung auf freundliche und bestimmte Art. Dass diese Schule auch ein öffentlicher Ort ist, der die Nachbarschaft bereichert, zeigen wir zusätzlich mit den beiden Sportplätzen, die den Eingang sichtbar flankieren und extern außerhalb der Schulzeiten genutzt werden können.

Lageplan

Details

Auftragsart

offener einstufiger Wettbewerb

Auszeichnung

1. Preis

Auftraggeber

Stadt Wien

Ort

Wien, Österreich

Planung

2019

Status

In Bearbeitung

NGF

10.200 m²

BGF

11.300 m²

Baukosten

26,5 Mio. €

Mitarbeiter

Friederike Dammaß (PL), Anita Bartos, Edin Hadžović, Leire Azkarate, Thomas Karl, Johannes Tiefenthaler, Darija Malesevic, Kübra Inal

Kooperation

Statik

petz zt-gmbh

Bauphysik

IBO – Österreichisches Institut für Bauen und Ökologie GmbH

Gebäudetechnik

Zencon GmbH

Landschaftsplanung

EGKK Landschaftsarchitektur

Brandschutzplanung

Hoyer Brandschutz GmbH