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Das Offene im Gesperre

Justizzentrum Korneuburg, Niederösterreich

EU-weit offener Wettbewerb, Anerkennungspreis

Justizzentrum Korneuburg

Konzept

Die positive Wirkung des neuen Gebäudes steht im Vordergrund des vorliegenden Konzepts: Das neue ringförmige Gerichtsgebäude erzielt durch die transparente, von Loggien aufgelockerte Bürofassade eine freundliche Außenansicht und bewahrt den positiven Charakter der umgebenden Siedlungen aus Einfamilienhäusern und Wohnbauten.

Im Ring eingeschlossen befindet sich sternfömig angeordnet der Gefängnisbereich. Durch die maximale Flächennutzung entstehen hier große Freiräume (unterschiedliche Ebenen, Gartenhof, Atriumhof, Bewegungshöfe). Den Insassen werden durch die Fassadengestaltung und die Anordnung der Ebenen ein positives Raumgefühl bei größtmöglich sicherer Verwahrung vermittelt.

 

Städtebau - Orientierung

Durch unterschiedliche Gebäudehöhen wird unmittelbar auf die Nachbarbebauung reagiert: Mit bis zu vier Geschosshöhen zur Autobahn und bis zu zwei zum Siedlungsgebiet hin.

 

Erschließung

Das Gerichtsgebäude verfügt über einen klar akzentuierten Eingang mit Vorplatz und direkten Wegen zu den Verhandlungssälen.

Die Justizanstalt hat einen Eingangsbereich mit separaten Zugängen für die Aufnahmeschleuse, Anlieferung und den Besuchereingang. Alle Zugänge münden in den Checkpoint, dem Eingang in den Gefängnistrakt.

 

Fassaden

Die äußere Fassade des Gerichtsgebäudes belichtet die Büroräume und Verhandlungssäle großzügig, Loggien lockern die Außenansicht auf, die farbliche Gestaltung unterstreicht die positive Wirkung des Gebäudes auf die Umgebung.

Die Fassade der Gefängnismauer ist gleichzeitig die Außenwand des Innenrings des Gerichtsgebäudes. Die Höhe variiert, die geforderte Sicherheitshöhe ist gewährleistet. Für Abwechslung sorgt die Multifunktionalität der Mauer: Durch die Unterbrechungen aus semitransparentem Sicherheitsglas wirkt sie lebendig, zusätzliches Licht kommt in den Gefängnishof, ohne direkte Einsicht bzw. Möglichkeit zur Kontaktaufnahme. Diese Mauer kann teilweise begrünt, für Sport, oder als Freilichtbühne für Projektionen (Freilichtkino, etc.) genutzt werden.

Die Fassade des sternförmigen Gefängnistrakts: In den Spektralfarben zart gefärbtes Profilglas mit transparenter Wärmedämmung läuft längs der gesamten Fassade und sorgt für großzügigste Belichtung der Hafträume und freundliche Atmosphäre im Zelleninneren. Einzelne transparente Streifen mit Lüftungsflügeln ermöglichen den Blick nach Draußen.

Justizzentrum Korneuburg

Organisation - Struktur - Funktionalität

Ringförmig umschließt das Gerichtsgebäude die Jusitzanstalt. Verhandlungssäle und Büros sind entlang der äußeren Ringhülle untergebracht. Immer wieder lockern Loggien die Anordnung auf - die Wege erscheinen dadurch überschaubar und strukturiert. Nebenräume, Erschließung, Technikräume, Archive und Sanitärräume sind entlang des Innenrings angeordnet. Semitransparente Sicherheitsglaselemente sorgen für Belichtung im Inneren des Verwaltungsgebäudes. Dadurch ist jegliche Möglichkeit für Sichtkontakt zwischen Justizanstalt und Gerichtsgebäudering unterbunden. Gleichzeitig bringen die semitransparenten Elemente schemenhaft Leben in den umschlossenen Gefängnishof und lockern dessen Fassade auf. 

Sternförmig ist die Justizanstalt im Inneren angeordnet. Einerseits ist damit kein Blickkontakt zwischen den einzelnen Zellen möglich, andererseits entstehen großzügige Bewegungshöfe, die den Insassen den "Blick mit Abstand" auf das Leben außerhalb der Justizanstalt über das umschließende Gerichtsgebäude hinaus ermöglichen (die große Entfernung stellt die Abgeschlossenheit sicher).

Details

Auftragsart

EU-weit offener Wettbewerb

Auszeichnung

Anerkennung

Auftraggeber

Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Ort

Korneuburg, Niederösterreich

Planung

2009

Status

Idee