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Leuchtende Laterne

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein, Steiermark

nicht offener Wettbewerb, 2. Platz

Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein

Die Aufteilung des Raumprogrammes und Situierung der daraus resultierenden beiden Baukörper erfolgt entsprechend der Auslobung: der Turnsaal im nördlichen Hang mit Anbindung im Untergeschoss des Hauptgebäudes, das Internat am südlichen Vorplatz mit Anbindung im ersten Obergeschoss.

 

Turnsaal als Landmark

Der Turnsaal wird durch seine einfachen kubische Geometrie und die Auskragung aus dem dicht bepflanzten Hang zu einem weit sichtbaren Landmark. Durch die große Verglasung wird vor allem abends ähnlich einer Laterne erkennbar, ob der Turnsaal gerade bespielt wird. Die klare Gebäudeform steht in einem ausgewogenen Dialog zum Bestandsgebäude und gliedert sich in das bestehende Ensemble unterschiedlicher Baukörper ein.

Ausblick und Belichtung
Der Turnsaal wird über eine großzügige Verglasung auf der Nordseite belichtet, Lichtkuppel unterstützen eine gleichmäßige Ausleuchtung und verringern den Einsatz elektrischer Beleuchtung. Die nordseitige Verglasung öffnet den Panoramablick in die Landschaft sowohl für Spieler als auch für Zuschauer auf der Galerie. Durch das stark abfallende Gelände bleibt für alle Hauptgeschosse des Bestandsgebäudes der gewohnte Ausblick erhalten.

Erschließung und Verbindung
Der Turnsaal ist auf drei Ebenen organisiert: auf Parkplatzniveau befinden sich die Garderoben und Nebenräume, im Geschoss darüber ist der Doppelturnsaal mit Geräteraum situiert, die Zuschauergalerie liegt direkt über dem Geräteraum. Die Haupterschließung mit Aufzug ist in direkter Verlängerung des Eingangs in der Südostecke situiert und verbindet alle drei Geschosse. Gleichzeitig erfolgt hier die Anbindung an das Bestandsgebäude. Die neue Stiege liegt in einer Achse mit der Hauptstiege des Internatsgebäudes und bildet gemeinsam mit dieser eine großzügige vertikale Erschließungsebene, wodurch auch die Orientierung erleichtert wird. Das Turnsaaldach bietet sich optional als Terrasse für den Verwaltungsbereich der Schule mit Fernblick an.

Das Erdgeschoss mit einer offenen Lern- und Freizeitzone, die sich zum Hartplatz hin orientiert, sowie die Erschließung rund um ein Atrium, das eine hervorragende Belichtung und hohe Kommunikationsqualität in den Gangzonen herstellt, werden in besonderer Weise hervorgehoben.

Auszug aus dem Juryprotokoll
Höhere Bundeslehr- und Forschungsanstalt Raumberg-Gumpenstein

Internat

Freizeit
Sämtliche Freizeitbereiche sind abgesehen von den Teeküchen im Ergeschoss organsiert. Durch die klare Trennung von Freizeit und Wohnbereichen werden Konflikte (vor allem hinsichtlich Lärmentwicklung vermieden). Die Zusammenlegung der gewünschten Räume ermöglicht die Entwicklung einer attraktiven Freizeitlandschaft welche flexibel gestaltet für unterschiedliche Nutzungen zur Verfügung steht. Durch die Orienterung zum innenliegenden Atrium und dem angrenzenden Sportbereich entstehen gut nutzbare Außenraumbezüge. Die erforderlichen Lagerräume und Garderoben sind funktional angeordnet. Das Gebäude kann über den überdachten nordseitigen Haupteingang oder über die westseitige Schuhwaschstraße betreten werden.

Erschließung
Anstatt eines dunklen Mittelganges wurde eine großzügig belichtete Erschließungsform gewählt. Das Atrium bringt Tageslicht ins Innere und schafft durch Bepflanzung im Ergeschoss und Pflanztröge in den Obergeschossen eine angenehme Raumstimmung. Durch die ringförmige Erschließung wir die Kommunikation unter den Schülern gefördert, kleine Balkone im Atrium bieten zusätzliche Treffpunkte. Die interne Erschließung der Wohneinheiten wird in das Wegenetz miteingebunden und ebenfalls natürlich belichtet. Die Anbindung an das Bestandsgebäude und die zukünftige Erweiterung erfolgt im zweiten Obergeschoss.

Wohnen
Die Wohneineinheiten sind auf drei identen Obergeschossen organisiert. Aufgrund der räumlichen Entfernung zu den Freizeitbereichen ist ungestörtes Lernen und Erholen möglich. Jede Wohneinheit ist ähnlich einer Wohnung konzipiert und verfügt über einen Eingangsbereich, eine Sanitäreinheit und zwei Doppelzimmer. In jedem Geschoss befindet sich ein Erzieherzimmer und eine Teeküche.

Die Wohneinheit
Jede Wohneinheit ist ähnlich einer kleinen Wohnung organisiert. Im Eingangsbereich befindet sich eine Garderobe und eine kleine Kücheneinheit mit Kühlschrank. Die interne Erschließung ist durch Verglasungen über das Atrium natürlich belichet. Zur Vermeidung von morgendlichen Wartezeiten wurden die Sanitäreinheiten in drei Bereiche gegliedert: ein WC mit Pissoir und Waschbecken, einen Waschbereich mit zwei Waschbecken und einem Duschraum mit optionalem Waschbecken. Dadurch können z.B. vier Schüler gleichzeitig Zähne putzen. Die identen Sanitäreinheiten können auf wirtschaftliche Weise komplett vorgefertig auf der Baustelle versetzt werden. Jeder Schüler erhält innerhalb eines Doppelzimmers eine Seite mit Schrank, Nachtkästchen, Bett, Bücherregal und Schreibtisch. Diese Seite kann individuell mit Postern usw. gestaltet werden. Über das Fensterband werden die Zimmer großzügig belichtet. Optional können die Schreibtisch zum Fenster gedreht werden.

Details

Auftragsart

Verhandlungsverfahren

Auszeichnung

2. Preis

Auftraggeber

Bundesimmobiliengesellschaft m.b.H.

Ort

Irdning, Steiermark

Planung

2014

Status

Idee

Baukosten

7,9 Mio. €

Mitarbeiter

Lucie Vencelidesová

Kooperation

Statik

petz zt-gmbh

Bauphysik

Schöberl & Pöll GmbH

Gebäudetechnik

BPS Engineering

Brandschutzplanung

FSE Ruhrhofer & Schweitzer GmbH